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Die Liebe steckt im Detail:
Das "Kaffee floral" in Wadgassen ist auf Anhieb ein voller Erfolg geworden.
Porträt aus der Saarbrücker Zeitung vom 04. Mai 2010
von SZ-Redakteur Johannes Werres.
Wadgassen hat ein neues, sehr ungewöhnliches Café: Das "Kaffee floral". Die Floristen Margrit und Michael Klein verzauberten dazu drei Wohnzimmer und einen Garten.
Margrit Klein erklärt ihr "Kaffee floral" in Wadgassen und sagt etwas von "Liebe im Detail". Liebe "zum Detail" wäre eigentlich sprachlich richtig, aber der kleine Versprecher bringt dieses ungewöhnliche, erst ein paar Monate alte Café auf den Punkt. "Den Kunden geben, was uns selbst das Leben so lebenswert macht", erzählt Margrit Klein weiter. Wir sitzen im ersten Raum, dem "Feuerraum", am langen Tisch, grob, von einer Spezialfirma, die Tische aus altem Bauholz fertigt. Den Tisch kann man kaufen wie alles in diesem Café. Besondere Tees, den hauseigenen Kaffee, das Geschirr. Margrits Ehemann Michael Klein: "Wer frühstücken möchte, sollte sich vorher anmelden. Es ist fast immer voll." Die Kleins hat der Erfolg des Cafés selbst überrascht. Während wir am gestrigen Montag, dem Ruhetag, im "Feuerraum" sitzen, klopft alle Viertelstunde jemand an die Tür. Enttäuscht, dass wirklich Ruhetag ist. Firmen mieten das "Kaffee floral" auch mal komplett an. Wochenends bietet das Café Flammkuchen an, ansonsten stehen Kuchen oder selbst gemachte Brotaufstriche auf der Karte.
Das "Kaffee floral" haben die Kleins neben ihrem alteingesessenen Geschäft "Blumen L. Wein" eingerichtet. Die Hand der Floristen mit ihrer Liebe zum Floralen verrät sich überall. Der zweite Raum ist das "Metallzimmer", ganz in Grau. Dahinter das "Erde-Zimmer", beherrscht vom Sofa. Um die Ecke geht es in den Garten ("Luft"). Die Sessel stehen bis zum Gewächshaus. Michael Klein ist Floristtechniker. "Ich experimentiere, improvisiere gern. Kontraste, Strukturen, das ist wichtig für mich beim floralen Gestalten." Nebenher ist er Tai-Chi-Lehrer. Margrit Klein kommt aus der Gastronomie. Als sie und Michael Klein 1988 das Geschäft aus der Familie übernahmen, lernte sie Floristik, machte ihren Meister, wurde binnen kurzem Saar-Präsidentin des Fachverbandes deutscher Floristen. Bildete Floristik-Ausbilder in Korea aus. Spaß am Gestalten, sagt Michael Klein, kommt nur rüber, wenn sie echt ist. Vielleicht der Grund, warum am langen Tisch im "Feuerraum" oft einander völlig Fremde sitzen und plötzlich ins Gespräch kommen.


